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Tamashizume: Twin Village/de
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"Zwillingsdorf"
Obwohl wir eigentlich vorhatten direkt in das Dorf der Götter zu gehen, hielten wir zuerst bei einem Dorf in der Nähe an. Wie ich bereits erwartet hatte, waren die Dorfbewohner schweigsam und wollten nicht über den Ort sprechen. "Sie sagten, sie wollen in das Dorf gehen? Es wäre besser jetzt anzuhalten." Die alte Frau in dem Haus, in dem wir einen Tee bekamen, gab uns eine ähnliche Warnung. "Jetzt? Vielleicht wäre es eine gute Idee zu einem anderen Zeitpunkt wiederzukommen." Mehr sagte die Frau aber nicht. Nachdem wir unseren Dank ausgesprochen, und das Haus verlassen hatten, fühlte ich, dass uns alle Dorfbewohner mit unbehaglichem Blick anstarrten. Das war mir zuerst gar nicht aufgefallen als wir angekommen sind. Ein ungemütliches Gefühl beschlich uns, als wir das Dorf verliessen. Kurz darauf bemerkte Munakata das ein Kind uns gefolgt war. Ich fragte ihn, ob er in die Berge gehen würde und er verneinte, anschliessend gab er die Frage zurück. Als ich mit "Ja" antwortet, sprach das Kind mit kreidebleichem Gesicht.
"In den Jahren, in denen ein Purpurritual stattfindet, sollten sie nicht in die Berge gehen. Die Dämonen werden sie holen, mein Herr."
Ich wollte in fragen, was er meinte aber es schien, als müsse er fortlaufen und zum Dorf zurückkehren.
"Das Purpurritual ist der Name des Festivals, dass in dem Dorf durchgeführt wird, dem wir uns nähern," sagte Munakata. Er erzählte mir das Wenige, das er vom Ritual wusste. Das "Purpurritual" wird gewöhnlich einmal in jedem Jahrzehnt durchgeführt (aus ihm unbekannten Gründen, bei seltenenen Gelegenheiten kann das Ritual früher stattfinden) und benötigt Zwillinge, die "Schreinmaiden" genannt werden und im Dorf leben. Wenn keine Mädchen für ein Ritual verfügbar sind, werden Jungen eingesetzt (und in diesem Fall werden diese dann "Altarzwillinge" genannt). Es gibt keinen direkten Zusammenhang zum Ritual aber Zwillinge kommen in diesem Dorf in erstaunlicher Häufigkeit vor. Ich habe lange darüber nachgedacht und frage mich, ob das mit dem "Opfer" auf irgend eine Art und Weise zusammenhängt. Die Zwillinge erfüllen ihre Rolle als Schreinmaiden, ihr Schicksal ...
Das Ritual kann nicht ohne Zwillinge durchgeführt werden und so werden sie weiterhin geboren ... Könnte der Lebenskreis der Dorfbewohner des Minakami Village durch eine Art Gottheit geregelt sein, der während des Purpurrituals Opfer dargeboten werden?
Jetzt wo ich darüber nachdenke. Ich habe gehört, dass Zwillinge innerhalb von Familien geboren werden. Wenn Zwillinge geboren werden, steigt die Wahrscheinlickeit, dass auch ihre Nachkommen dann Zwillinge bekommen. In den abgeschotteten Bergdörfern, wenn kein Austausch mit den umliegenden Dörfern erfolgt, wird oft zwischen Blutverwandten geheiratet. Aufgrund dieser Tatsache denke ich, dass es eine hohe Warscheinlichkeit gibt, dass dort Zwillinge geboren werden.
Ein Festival, dass in etwa einmal in jedem Jahrzehnt stattfindet. Wenn ich in den umliegenden Dörfern zu diesem Thema Fragen stelle, wenden sie den Kopf ab oder schlagen die Augen nieder. Es scheint, als würden wir das Dorf bald erreichen.
Wir verliessen den Wald mit seiner nebligen Foliage und unser Blick fiel auf einen schönen Bach entlang des Bergpfades, auf den wir zugingen. Vom Bach aus folgten wir dem engen Pfad, bis wir den Eingang des Minakami Village erreichten. Als wir die nächsten Dosojin Statuen, gemeisselt in der Form von Zwillingen, passierten, kletterten wir anschliessend einen kleinen Hügel hinauf und fanden uns auf einem offenen Platz wieder.
"Dieser Platz wird Misono Hügel genannt. Es gibt einen Opferstein in der Mitte. Wenn die Zeit für das Festival gekommen ist, versammeln sich die Dorfbewohner hier."
Ich würde sagen, dieser Platz hat genau die richtige Grösse um sich zu versammeln. Was ein Opferstein zu sein schein, ist von Obelisken umgeben, die von heiligen Seilen, die "Shimenawa" genannt werden. Kann dieser Platz wirklich das "Tor zur Hölle" sein? Nein, denn sicherlich würde ein Platz nicht in einer solchen Aufmachung dastehen. Ich beobachtete den Platz sehr vorsichtig. Vom Hügel konnte ich das ganze Dorf sehen. Es gibt vier bis fünf grössere Anwesen, die von einer Gruppe kleinerer Häuser umringt werden. Das Dorf selbst ist von dichtem Nebel umhüllt, so dass ich Zweifel daran habe, dass man sich ohne einen Führer zurechtfindet. Munakata hielt am Misonohügel an und ich beeilte mich, ihm zu folgen. Wir hielten an der Türschwelle eines Hauses mit einem Türschild, auf dem der Name "Osaka" zu lesen war und Munakata rief nach den Bewohnern.
"Entschuldigen sie; Ich bin Itsuki Tachibana's Freund, Ryozo Munakata. Ich komme mit meinem Mentor, einem Forscher für Folklore, Hr. Seijiro Makabe. Ich kam um Itsuki zu besuchen aber ..."
Ein alter Mann kam aus dem Haus. Sein Gesicht war mit weissem Haar bedeckt und er schaute uns sehr genau an
"Er spricht gerade mit dem Oberhaupt der Kurosawa Familie - bitte warten sie hier."
Mit diesen Worten verlies der alte Mann uns und verschwand im Dorf.
"Als ich hierherkam, konnte ich das Dorf so lange nicht betreten, bis die Osaka Familie darüber informiert war, dass es mir erlaubt war," hatte Munakata gesagt, während er sein Gepäck neben seinen Füssen auf den Boden stellte.
Ich verstehe ... also war das vergitterte Fenster in der Nähe der Eingangshalle des Osaka Hauses so konstruiert, dass es die Kommunikation nach draussen ermöglicht. Es scheint, dass sie immer Wache stehen und diejeingen beobachten, die das Dorf betreten. Ich bin der Überzeugung, falls ich keine Erlaubnis bekomme, werde ich nicht ins Dorf kommen.
Munakata und ich warteten einige Zeit ungeduldig auf die Rückkehr des alten Mannes. TDer alte Mann kam nicht zurück aber ein Mann, der den Namen "Kurosawa" trug, kam um uns zu begrüssen. Es scheint, als hätten wir die Erlaubnis das Dorf zu betreten bekommen. Wir folgten ihm und er führte uns in das grösste Haus des Dorfes.

